Und ich rocke noch immer.......
Ich glaube, auf die eine odere andere Art war ich wohl schon immer mit der Musik verbunden. Meine Eltern waren sehr religiös und liebten die Klassische Musik, also wurde ich angehalten im Kirchenchoe zu singen ( was ich auch genoss). Sonntag nachmittags sassen wir rund ums Gramaphon ( kein TV damals!) und lauschten Beethoven oder Bach. Obwohl ich mit dieser Musik nicht viel anzufangen wußte, lernte ich doch die Power der Musik zu schätzen. Ich sollte auch erwähnen, dass mich in dieser Zeit das BBC broadcast Schulprogramm "Time and Tune" ebenfalls sehr beeinflusste. Dort lernte man alte englische Folksongs und Seemannslieder. Obwohl ich keine Noten lesen konnte, lernte ich doch die Bedeutung der Musikzeichen.
Als ich noch ein Kind war, steckte auch der Rock´n Roll noch in den Kinderschuhen. Ich hatte wenig Chancen ihn zu hören, denn für meine Eltern war die „Teufels Musik" tabu. Als ich älter wurde, konnte ich mehr Rock´n Roll auf den neuen Transistorradios meiner Freunde hören.
Es war im Jänner 1963, der schlimmste Winter an den ich mich erinnern kann, da hörte ich zum ersten Mal die Beatles. Ich war erst 14, aber dieses Erlebnis änderte meine Lebenseinstellung. Erstens wollte ich mehr von dieser Musik hören und zweitens, je mehr ich diese Musik hörte, umso mehr wollte ich sie auch spielen. Meine erste Band formierte sich 1964 mit einigen Schulfreunden. Wir nannten uns „Mick and the Mekons" (nach Aliens aus einem Comic). Doch nach einem Jahr machte uns unser 16jähriger Egoismus zu Konkurrenten. Es gab viele Streitereien und schließlich, als mein bester Freund Chris (unser Drummer) auf die Isle of Wight zog, zersplitterte die Gruppe.
Im Frühling 1967 sagte mir ein Arbeitskollege, er würde eine Band gründen und bräuchte einen Drummer. Ich konnte weder die Drums spielen, noch besaß ich welche. Aber ich sagte trotzdem zu, verkaufte meine alte Vespa, kaufte ein Trommel Set und so entstand die nächste Band „The Daughters of Reverend Narne" (auch aus einem Comic). Ich war gerade 18 und was mich betraf, war ich erwachsen. Es war der „Summer of Love", der Ausgelassenheit, Sergeant Pepper… und wir waren glücklich. Wir spielten eine Mischung aus eigenen Songs und Coverversionen. Es gab nur ein (oder zwei) Probleme…… der Sänger konnte nicht Singen und der Drummer (ich) war Mist. Ich verkaufte die Drums, kaufte eine Akustik Gitarre und beschloss, mich nicht mehr blicken zu lassen bis ich dieses Instrument spielen konnte…..
Jedoch nicht ganz! Herbst 1968, Graham Maisey, unser Gittarist von „The Daughters of Reverend Narne", gründete seine „Folk Band" und wollte dass ich mitspiele. Ich sang ein bisschen, wartete auf meinen Einsatz und spielte dann die 3 Cords die ich konnte mit dem Vertrauen, dass Grahams Können mich schon decken würde. 1970 verlies ich London, wurde sesshaft, heiratete und verstaute meine Gitarre für immer. Jedoch wieder nicht ganz! 1985 wurde ich kurzfristig Manager von East Anglias führender Rock Band „Chaser". Ich verbrachte ein Jahr damit Auftritte für sie einzuholen und kontaktierte jede mögliche Plattenfirma….leider erfolglos.
Mein Sohn war inzwischen 10 und sah diese komischen Männer mit denen sein Vater arbeitete und wollte auch Gitarre spielen. Meinem Sohn eine Gitarre zu kaufen war der Auslöser für mich auch wieder damit anzufangen. Nachdem ich seine ¾ Gitarre spielte, die viel zu klein für mich war, beschloss ich, mir eine normal große Akustik Gitarre zu kaufen. Von da an wusste ich genau was ich musikalisch wollte - einfach Gitarre spielen, singen, mich selbst zu begleiten, alleine spielen ohne Streitereien mit Kollegen über Verträge - ich konnte genau das spielen was ich wollte, wann ich wollte und ein bezahlter Auftritt wäre eben ein Bonus - BULLSHIT !!! Ich wollte ein Mega Rock Star sein!!!!.... aber mit 36 war schon alles vorbei.
Von da an hatte ich regelmäßig bezahlte Auftritte, ein Jahr lang spielte ich als lokaler Künstler in Marnos Restaurant, in Ipswich, spielte bei viele Wohltätigkeitsveranstaltungen, inklusive dem Queens Jubilee music day 2002 und jeden Sonntag war „Buskers Night" im Limburners Pub in der Nähe von Ipswich. 2004 immigrierte ich nach Österreich, spielte in Eisenstadt beim Wirtschaftsball, 2005 bei einer Lokaleröffnung in Bad Sauerbrunn und auch bei einigen Partys. Derzeit verbringe ich mehr Zeit mit dem Aufnehmen meiner Lieder, aber Live Auftritte sind immer noch meine Favoriten und ich bin offen für neue Angebote.